„What’s app, Mama?“

 

Wie funktioniert Snapchat? Warum ist Instagram bei Jugendlichen cool und Facebook uncool? Und warum sind Teenies den ganzen Tag online – und ist das wirklich okay? Robert Campe, 16 Jahre alt und Digital Native, hat dazu ein Buch geschrieben. „What’s app, Mama?“ lautet der Titel des Werks, das gerade erschienen ist und Erwachsenen die Medienwahrnehmung von Jugendlichen und den selbstverständlichen Umgang mit sozialen Netzwerken erklären möchte. Zielgruppe sind all die, die bei Gronkh an ein Wesen aus einem Tolkien-Roman denken, den Unterschied zwischen Emoticon und Emoji nicht kennen und bei Haul überlegen müssen, wie sie aussprechen würden (geschweige denn wissen, was es bedeutet). Also auch junge Erwachsene, die trotz aller Medienaffinität mit Begriffen wie Vlogs und Streak wenig anfangen können ...

Das Buch, das in Zusammenarbeit mit Tanja Bertele bei Eden Books entstanden ist, ist überraschend informativ: Nach einem Einstiegs-Wissenstext (mit einer für den Leser evtl. etwas ernüchternden Auswertung) und einer Einführung in die ultimativen Gadgets für Jugendliche erklärt Campe in den folgenden Kapiteln die für junge Menschen wirklich relevanten Apps und Social-Media-Plattformen. Und hier erfährt der Leser mehr als nur die Tatsache, dass der Content von Facebook für Jugendliche völlig uninteressant ist, SMS nur noch mit der älteren Generation geschrieben werden und Instagram, WhatsApp und selbst Snapchat aus der sozialen Kommunikation nicht mehr wegzudenken sind. Nein, die Kapitel gehen angenehm ins Detail: Die wichtigsten Social-Media-Dienste, Apps und Online-Plattformen (wie Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, YouTube, WhatsApp, Snapchat, Spotify, WordPress, Tumblr, SoundCloud und viele mehr) werden hier mit ihren Grundfunktionen, Features und Kategorien vorgestellt und eingeordnet, ausschlaggebend ist immer die (tatsächliche) Relevanz und der Nutzen für Jugendliche.

Und mehr noch: Campe gibt einen interessanten Überblick über die bekanntesten Streaming-Dienste und den Stellenwert des Online-Streamens, berichtet über beliebte Online-Spiele wie FIFA oder Call of Duty, die Faszination für Hauls, Unboxing und Lifehacks, die Vorteile eines Crossposts, den selbstverständlichen Einsatz von Apps wie Facetune und seine Erfahrungen bei der geschlechterspezifischen Nutzung verschiedener Online-Dienste. Trotz aller informativer Fülle wäre dem Buch jedoch manchmal eine etwas kritischere Haltung gegenüber dem im Internet stattfindenden sozialen Leben der Jugendlichen (wie beispielsweise bei Themen wie Cybermobbing) zu wünschen gewesen. Durch seinen bildungsnahen Hintergrund kann der junge Autor und Hamburger Gymnasiast seine Online-Erfahrungen vermutlich besser einordnen als einige seiner Altersgenossen, und dass viele der erwähnten digitalen Must-haves für eine große Zielgruppe nicht erreichbar sind, versteht sich darüber hinaus von selbst.

Für Eltern (und Pädagoginnen und Pädagogen) ist „What’s app, Mama?“ dennoch eine informative Lektüre und ein umfangreiches Nachschlagewerk, um sich darüber zu informieren, wie Teenager ihre Smartphones benutzen und mit den sozialen Netzwerken im Alltag umgehen. Der wohl wichtigste Ratschlag des Buches an die Leser lautet: Seid neugierig, redet mit euren Kindern, lasst euch die Dinge zeigen und erklären!

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