Vom 06.05.2009
Kinder und Jugendliche auf Kompetenz-Tour in München
„Uff – München!“, ist das Fazit aller Beteiligten nach einem aufregenden und anstrengenden Wochenende. Kompetenzen kriegt man eben nicht geschenkt: Diese Erfahrung haben 16 Kinder und Jugendliche aus Moabit und ihre vier Betreuer am eigenen Leib gemacht. Ein gemeinsames Wochenende in München zu planen und zu organisieren ist ein Teil der Aufgabe gewesen, die die Kinder zu stemmen hatten. Die älteren Jugendlichen sollten darüber hinaus zeigen, ob sie das Zeug dazu haben, die Verantwortung für die Kleineren zu übernehmen. Spannende Herausforderungen, die perfekt in das Konzept der „Ich kann was!“-Initiative passen. Aus diesem Grund hat die Deutsche Telekom bei dem Projekt der Kids aus dem „B8“ und ihrer älteren „Buddys“ ein wenig Starthilfe geleistet und ihnen drei attraktive Programmpunkte ermöglicht: den Besuch des Bundesligaspiels Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach, eine Stippvisite beim öffentlichen Training des FC Bayern München und eine Besichtigung der Allianz Arena. Super Anreize für die Kinder und Jugendlichen, sich in das Kompetenz-Abenteuer zu stürzen!
Everybody needs a Buddy
Wie kriegt man 20 Leute unter einen Hut? Wie sorgt man dafür, dass niemand verloren geht? Ein ausgeklügeltes Buddy-System ist der Schlüssel: Jeder der älteren Jugendlichen passt auf einen kleineren Buddy auf. Ahmad (20) ist zum Beispiel für den lebhaften 11-jährigen Ali verantwortlich. Für Ahmad, der Lehrer werden will, eine gute Übung, um schon einmal den „pädagogischen Ernstfall“ zu proben. Aber so leicht fällt es den Großen nicht immer, ganz erwachsen und vorbildlich zu handeln und auf ihre Buddys zu achten. Vor allem auf dem Weg zum Stadion und zurück mit öffentlichen Verkehrsmitteln inmitten der Massen von Fußballfans sind starke Nerven gefragt. Gut, dass es noch ein Sicherheitsnetz für die Jugendlichen gibt: Volker Tepp, Geschäftsführer der Diakoniegemeinschaft Bethania e. V., Betreuerin Ranya Abou Zaher und die Betreuer Karim Dawood und Hassan Allouch begleiten die Kinder und Jugendlichen. „Wir machen den Älteren immer wieder deutlich, wo sie besser aufpassen, mehr nachdenken, länger hingucken und bedachter handeln müssen“, erklärt Tepp.
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
„Was, schon wieder so spät? Wir müssen zum nächsten Termin?“ – Ist das vorherrschende Gefühl in München. In der Gruppe dauern alle Unternehmungen viel länger als allein oder zu zweit. Also müssen die Kinder und Jugendlichen lernen, von Anfang an für alles mehr Zeit einzurechnen, denn wer will schon zu spät zum FC Bayern-Spiel kommen? Womöglich hätten die Kids dann beim 2:1 gegen Mönchengladbach gar nicht mitjubeln können!
Von den Siegern lernen
Nach dem gelungenen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach ist es für die jugendlichen München-Besucher besonders spannend, „ihre“ Spieler mal beim Training beobachten zu können. Auf dem Gelände an der Säbener Straße treffen sie auch Bayern-Manager Uli Hoeneß wieder, der sie gleich erkennt. „Ihr seid doch die Jungs von der Eröffnungsfeier des ‚B8’!“, begrüßt er sie und unterschreibt auf ihren FC Bayern-Fahnen. Gespannt beobachten vor allem die Jungs, die selber gerne bolzen, das Trainingsspiel von Miroslav Klose und Co.: Welche Tricks auf dem Rasen können sie sich von den Stars abgucken?
La-Ola für „B8“
Das Thema „Fußball“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Wochenende. Zum krönenden Abschluss erhalten die Kids aus Moabit eine exklusive Führung durch die Allianz Arena. Hier gibt es jede Menge zu bestaunen, zu erfahren und auszutesten! Wer hätte etwa geahnt, dass das transparente Dach aus insgesamt 2.800 Kissen Ethylenfolie besteht? Sie können in Rot, Weiß oder Blau beleuchtet werden, je nachdem ob der FC Bayern oder der TSV 1860 spielt. Die Gruppe erfährt zudem, dass das Licht nur innerhalb von 2 Minuten wechseln darf, damit es nicht zu Unfällen auf der nahegelegenen Autobahn kommt. Knapp 340 Millionen Euro hat der Bau des Hightech-Gebäudes gekostet. Und die Akustik funktioniert prima: Ihr lautes Jubeln kommt so gut in den unteren Rängen an, dass eine andere Gruppe mit einer La-Ola-Welle antwortet.
„Kein Kommentar!“
Neben den Spieler-Kabinen besichtigen die Jungs auch den offiziellen Presseraum der Arena. Hier schlüpft einer der Jungs in die Rolle von Manager Uli Hoeneß, während die anderen ihn als „Reporter“ mit Fragen löchern. Ruckzuck wird so eine echte Pressekonferenz nachgestellt – und auch das Blitzlichtgewitter lässt nicht lange auf sich warten!
„Warum trittst Du nicht im Zirkus auf?“
„Bei Sonne wollen wir in den Englischen Garten“, haben die Kinder sich vorgenommen. Und das Wetter könnte besser nicht sein: Doch als sie den Park erreichen – immerhin eine der größten innerstädtischen Grünanlagen der Welt – ist es nicht Flora und Fauna, die sie interessieren. Vielmehr zieht ein Mann auf Stelzen ihre volle Aufmerksamkeit auf sich. Mitten auf dem Rasen lässt er Eisenstangen in den Händen rotieren und Kristallkugeln schnell und geschickt über die Arme rollen. Sofort ist den Kindern klar: „Der kann was! Und zwar etwas Besonderes!“ Sie umringen den Artisten Ruven Nagel und bombardieren ihn mit Fragen: „Wer bist du? Warum trittst du nicht im Zirkus auf? Wie macht man das?“ Gleich drückt er einem der Jungen zwei Kugeln in die Hand, damit er das Jonglieren selbst versuchen kann. Aber so einfach, wie es aussieht, ist es nicht: Immer wieder landen die Kristallkugeln im Gras. Nur Geduld und sehr viel Übung führen zum Ziel – so ist das eben, wenn man seine Kompetenzen erweitern will.
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