Angekommen in Minden?!

Angekommen in Minden?! – Dieser Frage spürten Kinder und Jugendliche des Jugendhauses Westside nach und setzten sich in ihrem gleichnamigen Projekt mit den Themen Flucht und Migration auseinander. Das Ergebnis ist ein eindrucksvoll gestalteter Kalender, der mit Fotos und Interviews von den Einzelschicksalen geflüchteter Menschen erzählt und ihnen so Gesicht und Stimme gibt. 

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich das traue ...“, erzählt eine junge Projektteilnehmerin aus Minden-Rodenbeck, die gemeinsam mit 10 anderen Kindern und Jugendlichen ein Jahr lang an dem Projekt mitgearbeitet hat. Ein Projekt, das neben zahlreichen Highlights auch von Startschwierigkeiten geprägt war, denn die Organisation erwies sich als immens. Christine Westwood, Pädagogin am Kinder- und Jugendhaus Westside, ist stolz auf ihre Teilnehmer, die trotz anfänglicher Probleme nicht aufgegeben haben: Wie und womit starten wir unser Projekt? Was wollen wir erzählen? Wen möchten wir interviewen? Wie kommen wir an die Kontakte? Benötigen wir vielleicht einen Übersetzer? Und wie führt man überhaupt gute Interviews? So lauteten die Fragen zu Beginn des Projekts.

Nach einem inspirierenden Impulsvortrag des Mindener Kulturbüros machten sich die Kinder und Jugendlichen zunächst an erste Übungsinterviews und praktizierten mit den zur Verfügung gestellten Polaroidkameras. Als die Teilnehmer dann von der in Minden geplanten Veranstaltung „Das neue Wir“ erfuhren, stand schnell fest: „Zu dieser Veranstaltung gehen wir und stellen unsere Idee dort vor“. Eine richtungsweisende Entscheidung, denn hier lernten die Jugendlichen Mitarbeiter der Hafenschule, einer Initiative für Flüchtlingspaten, kennen, die den Kontakt zu den zukünftigen Interviewpartnern herstellen konnten.

Zwei Workshops geben viel Input
Ein absolutes Highlight für die Kinder und Jugendlichen war der Interview-Workshop mit einer Mitarbeiterin des Mindener Tageblatts. Als das Eis zwischen Teilnehmern und Dozentin gebrochen war, ging es hochmotiviert an die Arbeit: Die Kinder und Jugendlichen lernten wichtige Interviewtechniken kennen, improvisierten Szenen und erstellten gemeinsam einen Leitfaden für die Interviews. Auch der darauffolgende Fotoworkshop in einem Fotoatelier begeisterte sie sehr. Vor allem eine Projektteilnehmerin entdeckte ihre Leidenschaft für die Fotografie und war von nun an für die Kalenderfotos verantwortlich. Das Fazit der Kinder: Dass zwei eintägige Workshops so viel neue Kenntnisse und Kompetenzen vermitteln konnten, war beeindruckend!

Und nach viel Vorbereitung ging es dann, unterstützt von freundlichen ehrenamtlichen Übersetzern und ausgerüstet mit Fragebogen und Stift, an die Interviews. Die Projektteilnehmer unterhielten sich mit zahlreichen in Minden lebenden Menschen und Familien und erfuhren, dass hinter jeder Flucht und Migration eine ganz individuelle Geschichte steckt – Gänsehautmomente inklusive. Nach jedem Interview setzten sich die Jugendlichen noch einmal zusammen, verglichen ihre Aufzeichnungen, transkribierten die Interviews oder verfassten die Texte. Eine aufwendige, aber tolle Arbeit, die mit jedem Interview leichter wurde, und nun in Kürze in einem sehr handlichen und anschaulichen Ergebnis münden wird. Gemeinsam mit einem Grafikbüro, das die Fotos und Texte aufbereitet, wurde schlussendlich das Konzept für den neuen Kalender entwickelt, der in Kürze im Stadtteil verteilt wird. Das Ende ihres erfolgreichen Projekts werden die stolzen Projektteilnehmer mit ihrer Projektleiterin beim Pizzaessen feiern – ein Highlight, auf das die Kinder und Jugendlichen schon sehnsüchtig warten und dass sie sich redlich verdient haben.

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