Digitale Tools und Programmiersprachen im Vergleich

In medienpädagogischen Projekten der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden bereits heute viele digitale Tools verwendet und ausprobiert. Grund genug, einmal bei unseren „Ich kann was!“-Pädagoginnen und -Pädagogen nachzufragen, wie sie die Arbeit mit den unterschiedlichen Platinen, Mikrocontrollern, Minicomputern und Programmiersprachen in ihren Projekten erleben. Den Auftakt der Serie macht heute der Mikrocontroller Calliope mini, der derzeit viel im Gespräch ist und auch in einigen „Ich kann was!“-Einrichtungen zum Einsatz kommt. 

Spielerischer Einstieg in Programmiersprachen
In der offenen Kinder- und Jugendarbeit interessiert natürlich insbesondere, ob mit einem Mikrocontroller ein niedrigschwelliger Einstieg ins Programmieren vermittelt werden kann. Für den Calliope mini fallen die Antworten auf diese Frage durchaus unterschiedlich aus. Robert Müglitz, der im Jugendclub ’83 in Bitterfeld-Wolfen das Robotik-Projekt „EinPlatinenJugendlicher“ leitet, ist von den Möglichkeiten des Calliope mini begeistert. Ihn überzeugen vor allem die sehr gut gestalteten, im Editor vorgelieferten Programmierbausteine, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich auf spielerische Weise mit einer Programmiersprache vertraut zu machen. Ein weiterer Pluspunkt: Der Calliope lässt sich mit einer Vielzahl anderer Geräte verbinden. „So werden Experimentierfelder eröffnet“, sagt Müglitz überzeugt. Für ihn ist das ein sinnvoller Beitrag, um bei Kindern die Hemmschwelle, sich mit (komplexer) Technik auseinanderzusetzen, zu senken. Und damit die Kinder auch eigenständig auf Erkundungstour gehen können, können sie in Bitterfeld-Wolfen nach Projektabschluss ihren Mikrocontroller mit nachhause nehmen.

Niedrigschwelliger Einstieg auch mit anderen Microcontrollern
Etwas verhaltenere Zustimmung bekommt der Calliope mini aus einigen Berliner Einrichtungen. Karsten Grenz von der Kinder- und Jugendhalle Märkisches Viertel berichtet, dass die Kinder sich zwar sehr gut an den Calliope-Arbeitsblättern haben orientieren können. Jedoch sieht er terminologischen Optimierungsbedarf und fragt sich zum Beispiel, ob ein Grundschulkind mit dem Begriff „Variable“, der als mathematischer Begriff erst in höheren Klassenstufen eingeführt wird, bereits etwas anfangen kann; oder ob Calliope mini offen genug ist, damit Kinder auch eigenständig experimentieren können. Hier knüpft Linnéa Häußer vom Kinder- und Jugendhaus BOLLE in Marzahn an. Sie hält den Einstieg ins Programmieren und Tüfteln mit anderen Platinen und Mikrocontrollern für deutlich geeigneter. Für sie spielt die haptische Erfahrung hierbei eine wichtige Rolle: mit dem Makey Makey können Kinder zum Beispiel jeden leitenden Gegenstand aus ihrer Umgebung zu einer Funktionstaste machen und so sehr niedrigschwellig begreifen, wie Eingaben und Befehle funktionieren. 

Die Eindrücke aus den „Ich kann was!“-Projekten zeigen, dass eine eindeutige Entscheidung für oder gegen einen der Mikrocontroller stark mit der Haltung der jeweiligen pädagogischen Fachkraft verbunden ist. Klar ist aber: In der offenen Kinder- und Jugendarbeit gibt es bereits heute einen riesigen Erfahrungsschatz mit den verschiedensten Geräten, der nicht zu unterschätzen ist – und unbedingt in die Ausgestaltung der digitalen Bildung in Deutschland mit einbezogen werden sollte.

mehr Beiträge

Jetzt spenden und unterstützen...

Sie können mit dazu beitragen, dass noch mehr Kompetenz fördernde Projekte für Kinder und Jugendliche realisiert werden, indem Sie die Initiative durch eine Spende unterstützen

... via Überweisung

Deutsche Telekom Stiftung

IBAN: DE46 3708 0040 0205 1515 00
BIC: DRESDEFF370
Verwendungszweck: Ich kann was!-Initiative

Bei Angabe Ihrer Adresse im Verwendungszweck erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Bitte beachten Sie, dass bei Spenden bis 200 EURO der Kontoauszug als Nachweis gegenüber dem Finanzamt ausreicht.