Fuck the Facts

Vier Jugendliche aus Berliner „Ich kann was!“-Projekten ließen sich diesen Oktober in der Neuköllner Oper Theaterluft um die Nase wehen – für die meisten eine (Theater-) Premiere! Auf dem Spielplan stand das medienkritische Stück „Fuck the Facts“, für das die Neuköllner Oper gemeinsam mit der „Ich kann was!“-Initiative fünf Karten verlost hatte. Die Idee war es, sich mit den Jugendlichen dem allgegenwärtigen Thema „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ auf für sie ganz ungewohnte Weise zu nähern, um so eine neue Diskussion über das Aufwachsen mit digitalen Medien anzustoßen. Und so war der Theaterabend für die vier Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendhaus BOLLE in Berlin-Marzahn eine einmalige Chance, auf ganz andere Art ihre Medienkompetenz zu erweitern. Dass es nämlich in einem Theaterstück um das Internet oder ähnliches gehen würde, hätten die meisten von ihnen nicht gedacht. So sagte einer der Jugendlichen, dass er viel eher erwartet hätte, dass im Theater „alte Stücke gezeigt werden, die keinen mehr interessieren“. 

Datensicherheit und Selbstermächtigung im Netz
„Fuck the facts“, das sich mit dem kontroversen Fall Jacob Appelbaum beschäftigt, erwies sich als gute Wahl. Nicht nur begeisterte es die jungen Besucher für das Theater, sondern bot auch Raum, sich mit den Themen Datensicherheit und Selbstermächtigung im Netz und deren Bedeutung für ein demokratisches Zusammenleben in ihrer Vielschichtigkeit auseinanderzusetzen. Und wie uns Linnéa Häußer, Pädagogin im Kinder- und Jugendhaus BOLLE, zu berichten weiß, wirkt das Stück auch noch zwei Wochen nach dem Besuch nach. 

Das packende Theatererlebnis bietet im Anschluss reichlich Gesprächsstoff
Dieser Eindruck bestätigte sich uns ebenfalls direkt im Anschluss an das Stück: Nicht nur das – selbst für manch geübteren Theatergänger überraschendes – Theatererlebnis als solches, sondern auch die Thematik boten wie erhofft reichlich Gesprächsstoff. Ausgiebig wurde über das Internet und die Bedeutung von Kommunikationstechnologien für unser Leben gesprochen, lebhaft diskutierten die Jugendlichen natürlich über Datensicherheit im Netz. So meinte einer, dass er sich um die Preisgabe persönlicher Informationen im Internet keine Sorgen machen würde. „Ich mache ja nichts Schlimmes“ hieß es. Ein anderer wiedersprach heftig: „Was ist, wenn andere etwas über dich im Netz sagen, was gar nicht stimmt?“. Eine Diskussion kam in Gang, die nicht beim Cybermobbing stehen blieb, sondern sich auch um Wahrheitsansprüche von Informationen im Netz drehte. Alles in allem ein gelungener und inspirierender Besuch, der zeigt, dass eine Beschäftigung auf fiktionaler Ebene zu neuen Perspektiven anregt.

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