Mobbing 2.0

Das kleine theater Prenzlau in der Uckermark zeigt seit Kurzem einen spannenden Cyber-Krimi mit Happy End. Wie bei allen Produktionen des Theaters spielen auch hier Kinder für Kinder. Fast ein ganzes Jahr kamen die von Kai Schwegel angeleiteten DramaTeens wöchentlich zusammen, um die Uraufführung des von Schwegel verfassten Stücks „Ich und Dein Avatar“ vorzubereiten. Dieses Stück lässt junge Zuschauer sicher nicht kalt, denn es bietet jede Menge Identifikationspotential für Digital Natives. 

Mehr Schein als Sein im virtuellen Flirtroom

„Ich und Dein Avatar“ erzählt die Geschichte von Josy, einem schüchternen Mädchen im Teenageralter, das sich unsterblich in den Mädchenschwarm Mike verliebt. Da sich Josy nicht traut, Mike selbst auf dem Schulhof anzusprechen, nimmt sie den Rat der fiesen Cliquen-Chefin Emma an und meldet sich bei meetme.de, einem Online-Dating-Portal für Teenies, an. Mit einem Avatar namens „Blume_08“, der natürlich schön und selbstbewusst ist, sorgt sie im virtuellen „flirt-room“ für Aufsehen. Als Mike ihr tatsächlich online begegnet, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume. Scheinbar, denn es ist nicht Mike, der ihr da schreibt, es ist Emma, die die Ahnungslose in eine Falle lockt. Lächerlich verkleidet taucht Josy in einem Café auf und hofft Mike zu treffen, doch nur Emma erscheint, filmt ihren Aufzug und stellt das diffamierende Video online. 

Jede Menge Tipps für Sicherheit im Netz

Mit der Thematik trifft das Stück den Nerv der Zeit. „Auf die Gefahren, die der ungehemmte Austausch von Informationen im Internet gerade für die junge Generation bereit hält, ist man oftmals nicht gut genug vorbereitet“ sagt Ines Keßner, die Leiterin des Theaters. Das wissen auch die Darsteller, so dass während der Aufführung nicht mit Tipps für Sicherheit im Netz gespart wird. Schwegel berichtet, dass während der Proben viel über das Thema diskutiert wurde. Die Mädchen in der siebenköpfigen Theatergruppe waren sich einig: Ihnen würde so etwas nicht passieren, denn sie kontrollieren, wem sie persönliche Informationen im Netz mitteilen. Teilweise fiel es sogar schwer, Josys Schicksal nachzuvollziehen, denn mit einem Fremden, den sie nur aus dem Internet kennen, würden sie sich ohnehin nicht treffen. Aber fast alle wussten von Fällen aus dem Schulalltag zu berichten, in denen Mitschüler online gemobbt wurden. 

Das Stück bietet eine schöne Möglichkeit, sich auf fiktionaler Ebene mit den Themen Cybermobbing und virtuelle Identität zu beschäftigen. Wegen der großen Nachfrage wird das Stück außerplanmäßig auch in der kommenden Spielzeit zu sehen sein. Weitere Spieltermine sind am kleinen theater Prenzlau vom 12. - 22. September 2017 geplant. 

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