Startschuss für die „Ich kann was!“-Projekte

Von YouTube-Projekten über Robotik-Workshops bis hin zu Maker-Werkstätten: In zahlreichen Kinder- und Jugendeinrichtungen sind die ersten „Ich kann was!“-Projekte Anfang November gestartet. Eines davon ist das Medienprojekt „YouTuber werden“ des Familien- und Nachbarschaftszentrums Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg. Ein fester Kern von acht Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 13 Jahren trifft sich hier jeden Montag mit Projektleiterin Kattrin Liesegang, um Videos für einen eigenen YouTube-Kanal zu planen.

Soziale Kompetenzen werden gefördert
Bevor die Beiträge entstehen und auf den YouTube-Kanal hochgeladen werden können, gibt es für die Kinder noch einiges zu tun: Ihr Kanal braucht einen Namen. Außerdem müssen Inhalt und Format der Videos festgelegt werden. Kattrin Liesegang ist begeistert von den sozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen: Mit Kompromissbereitschaft und Diskussionsvermögen stemmen die Kinder und Jugendliche diesen ersten (nicht einfachen) Schritt, trauen sich ihre Meinung zu sagen, hören einander zu und lassen sich ausreden. Auch Demokratie ist Thema: „Wenn vier dagegen sind, dann geht das doch nicht ...“, wirft eine junge Projekteilnehmerin ein. Bisherige Namenvorschläge sind übrigens „Jutjuber“ und „Loidevonhoide“, als Projektleiterin habe sie kein Stimmrecht, schmunzelt Liesegang.

Der Youtube-Kanal als „Schülerzeitung 2.0“?
Auch der Inhalt und das Format der Videos befinden sich noch in der Diskussion: Wird der Kanal eine „Tüte Buntes“ oder wollen sich die Kinder auf ein Thema beschränken? Schnell kristallisiert sich heraus, dass der Kanal sehr offen angelegt werden sollte. „Es muss Platz für Wünsche sein“, so Liesegang, und jeder soll „sein“ Video und somit seine Lebenswelt präsentieren können: vom Meerschweinchen-Video über die Vorstellung des Kiezes bis hin zum Lego-Tutorial. Eine Art „Schülerzeitung 2.0.“ also, die ja nicht nur aus Artikeln und Interviews, sondern auch aus der obligatorischen Witzecke und dem Comic-Strip besteht. Doch auch die Frage, was der Kanal eigentlich nicht zeigen soll, wird schnell thematisiert. Das Resultat der darauffolgenden Diskussion ist ein Regelwerk, an dem Kinder gerade gemeinsam mit der Projektleiterin arbeiten. Bisher ist klar: In den Videos soll keine Werbung gemacht werden, Unboxing- oder „Haul“-Videos werden nicht produziert. Überraschend ist übrigens, dass die meisten Kinder in den Videos gar nicht auftreten wollen. So widerlegen sie die gängige Meinung, dass Kinder und Jugendliche im Internet völlig unbedarft die eigenen Fotos zeigen und teilen.

Ein gelungener Start also für das Projekt des engagierten Nachbarschaftszentrums im Wrangelkiez! Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf die ersten Videos des gerade entstehenden YouTube-Kanals.

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