Die Roadshow im Rahmen der INFOS 2017

Mitte September fand in Oldenburg die INFOS 2017 statt, die führende Fachtagung für Informatik und Schule im deutschsprachigen Raum. Wir konnten mit Wibke Duwe von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sprechen, die das Treffen mit organisiert hat. In „Fünf Fragen an ...“ spricht die wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Didaktik der Informatik über den Verlauf der Konferenz und die Notwendigkeit, Pädagogen und Pädagoginnen digitaler Bildungsangebote in der Schule und im außerschulischen Bereich zueinander zu bringen. 

Frau Duwe, Ihr Institut ist Veranstalter der INFOS 2017. Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf? Was haben die Teilnehmenden an Erkenntnissen mitgenommen? 
Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf. Es herrschte eine sehr gute Stimmung, wir haben das Thema Informatik und Schule in vielen Foren diskutiert und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Natürlich steht die Informatik dabei im Vordergrund. Aber auch für pädagogische und medienpädagogische Inhalte gab es viel Raum und Interesse. 

Beim Vernetzungstreffen Roadshow „Making, Hacking, Coding“ war auch die „Ich kann was“-Initiative vertreten. Was hat sie dazu bewogen, die Initiative einzuladen?
Am Institut Didaktik der Informatik sind wir natürlich in erster Linie für die Lehrerbildung im Bereich Informatik zuständig. Wir hatten aber den Eindruck, dass es auch über den schulischen Bereich hinaus sehr viele Projekte und Initiativen gibt, die sich für das Thema digitale Bildung engagieren und einsetzen. Unser Ziel war es, ein Forum zu schaffen, um solche Initiativen zusammenzubringen. Die Roadshow „Making, Hacking, Coding“ ist eine sehr gute Gelegenheit, dass sich Projekte und Initiativen untereinander vernetzen und voneinander lernen können. Darum ging es uns im Wesentlichen, denn die einzelnen Projekte haben im Alltag oft nicht die Kapazitäten, sich gezielt mit anderen Akteuren auszutauschen. Deshalb haben wir in der Abschlusssession auch explizit nach den Bedarfen der Initiativen und Projekte gefragt. Für uns ist es interessant herauszufinden, wie man digitale Bildung auch jenseits des schulischen Bereiches noch weiter fördern und unterstützen und so mehr in die Breite bringen kann. 

Das Programm der INFOS 2017 richtet sich vorrangig an Vermittler digitaler Bildung in der Schule. Wo sehen Sie Anknüpfungspunkte für die offene Kinder und Jugendarbeit? Wo können Synergien entstehen?
Mittlerweile läuft sehr viel über das Zusammenwirken von schulischen und außerschulischen Angeboten. Auch, weil vielerorts ein Schulfach fehlt, das die vielfältigen digitalen Kompetenzen in Gänze vermitteln kann. Das ist beispielsweise in Niedersachsen der Fall. Initiativen wie die „Ich kann was!“-Initiative sind momentan die Vorreiter in der Vermittlung digitaler Kompetenzen und Medienkompetenz. Wir würden uns natürlich eine viel flächendeckendere Kompetenzvermittlung wünschen, die dann auch in den Schulen Einzug hält. Gegenwärtig profitieren wir davon, dass sich Akteure in der Schule mit außerschulischen Bildungspartnern vernetzen, intensiv austauschen und auch neue Konzepte und Inhalte stärker mit in die Schule tragen. 

Auf der Konferenz war zu vernehmen, dass der Mädchenanteil in Informatikkursen an Schulen anhaltend gering ist. Wie haben Sie ihren Weg zur Informatik gefunden? Wie haben Sie sich für solche Themen begeistert?
Wie das Leben manchmal so spielt – ich habe mich schon während der Schule sehr stark für das Thema Medien und Kommunikation interessiert und deshalb in Berlin Medieninformatik studiert. Da ich aber schon immer Interesse auch an Kunst hatte und während des Informatikstudiums sehr stark auf den Kommunikationsbereich fokussiert war, absolvierte ich im Anschluss einen Masterstudiengang im Bereich Medien- und Kulturwissenschaften. Während des Studiums war ich immer im Bildungsbereich tätig. Deshalb vereint mein Lebensweg drei Perspektiven: die technische, die kommunikativ-mediale und die pädagogische. Das zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Werdegang und passt auch in meinem jetzigen Arbeitsbereich ganz gut zueinander. An der Fakultät arbeite ich viel mit Schülern und Schülerinnen zusammen. Wir betreiben hier das Lernlabor Informatik als außerschulischen Lernort. Im Lernlabor bieten wir natürlich schwerpunktmäßig informatische Themen an, wie Robotik, Microcontroller-Programmierung und Programmierung. Wir haben aber auch niedrigschwellige Angebote, damit die SchülerInnen sehen, wie z.B. eine Signalübertragung im Rechner funktioniert oder wie man einen kleinen Roboter selber bauen kann. Auch einfache Fragen, z.B. wie das Internet eigentlich funktioniert, werden hier beantwortet. 

Was möchten Sie den Kindern und Jugendlichen der „Ich kann was!“-Initiative auf den Weg in die die digitale Welt mitgeben?
Ich weiß gar nicht, ob ich das so auf die digitale Welt begrenzen möchte. Insgesamt ist es wichtig, sich mit den Dingen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, die einen umgeben. Digitale Prozesse, Medien und Funktionsweisen gehören heute nun mal in ihrer vielfältigen Form dazu. Deshalb empfehle ich, immer wieder mal genauer hinzuschauen und sich zu überlegen, wie die Dinge eigentlich funktionieren. Das ist wichtig, damit man sich vom technischen Fortschritt, den die Digitalisierung mit sich bringt, nicht überwältigen lässt. Kindern und Jugendlichen möchte ich mit auf den Weg geben, einen kritischen Blick zu wagen: Was machen digitale Medien mit uns? Was machen wir mit diesen Medien? Auf jeden Fall sollten sie sich nicht davon abhalten lassen, digitale Medien als etwas zu begreifen, das Menschen konstruiert und gestaltet haben – und sich trauen, diese mitzugestalten.

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