Digitales Do It Yourself für Mädchen

Von links nach rechts die Autorinnen Daniela Burger, Chris Köver und Sonja Eismann.

Das DIY-Computerhandbuch für Mädchen Hack’s selbst beweist, was wir schon längst wussten: Mädchen heben eben doch Gewichte und können hacken.

Hack’s selbst ist das Do it Yourself-Muss für junge Frauen. Auf 141 Seiten gelingt es den Autorinnen Daniela Burger, Chris Köver und Sonja Eismann, jungen Frauen einen Kit in die Hand zu geben, mit dem sie sicher und kompetent durch den immer komplexer werdenden digitalen Dschungel surfen können. Das Buch ist ein Aufruf, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen.

In sieben Kapitel (Spielen und Erzählen, Hacken und Verbessern, Senden und Wissen teilen, Engagieren und Vernetzen, Programmieren, Designen und Vertonen, Sichern und Verschlüsseln) wird ein bunter Strauß an niedrig-
schwelligen und komplexeren Anleitungen präsentiert, die von Hintergrund-
informationen und Anregungen mit weiterführender Literatur und Links begleitet werden. Obschon der Einstieg ein wenig holprig gerät, freundet man sich schnell mit dem direkten und praktischen Duktus an, in dem das Buch gehalten ist. So sind die Anleitungen vielerorts bestechend klar formuliert und laden zum Selbermachen ein.

Für alle Alterstufen und auch für jeden Geldbeutel ist etwas dabei

Spielerisch werden die Leserinnen darin unterstützt, ein kritisches Bewusstsein für die digitale Welt zu entwickeln. Insgesamt sind 34 Anleitungen präsentiert, die sich an ein heterogenes Publikum richten – für alle Altersstufen ist etwas dabei und auch für jeden Geldbeutel. So richten sich Tipps wie das Logo für den eigenen Laptop basteln oder Touchscreen-taugliche Handschuhe nähen sicherlich eher an junge „Hackerinnen“. Hingegen sind die Einführungen in das Programmieren mit Ruby sowie die vielen Tipps für ein aktives Eingreifen in den Diskurs im Internet schon eher etwas für ein erfahreneres Publikum. Jede Anleitung ist mit einer Angabe von Kosten versehen. Auch hier finden sich viele kostengünstige Angebote neben kostenintensiveren Projekten, z.B. das Programmieren einer Katzenklappe. An vielen Stellen wird auf freie Open-Source-Software aufmerksam gemacht, was insbesondere für NutzerInnen mit kleinen Geldbeuteln hilfreich ist. Jedoch wird die materielle Grundausrüstung (Computer, Smartphone und teilweise auch Grafikprogramme) vielerorts vorausgesetzt, was die direkte Umsetzung der Angebote möglicherweise in der Praxis erschwert.

Ein Plädoyer für Learning by Doing und außerschulisches Lernen

Besonders gelungen ist die Art und Weise, wie die einzelnen Anleitungen und Tipps präsentiert werden – meist selbst von einer Hackerin. In kleinen Interviews werden die Hackerinnen vorgestellt und erzählen, wie sie ihre ersten Schritte in der digitalen Welt gemacht haben. Viele von ihnen haben sich das Programmieren selbst beigebracht, was ein Plädoyer für Learning by Doing und außerschulisches und -universitäres Lernen ist. In kurzen Exkursen werden außerdem echte Vorbilder eingeführt, die von der Computertechnologie-Pionierin des viktorianischen Zeitalters Ada Lovelace (1815 – 1852) bis hin zur Erfinderin des Superklebers Sugru Jane Ní Dhulchaointigh reichen. So werden hartnäckige Vorurteile entkräftet, die Technik und Technologie in einer männlich dominierten Berufswelt verorten. Eine wirklich anregende Lektüre!

Daniela Burger, Chris Köver und Sonja Eismann (Hrsg.) (2015), Hack’s selbst! Digitales Do It Yourself für Mädchen, Weinheim Basel: BELTZ & Gelberg, 141 Seiten, ISBN 978-3-407-75410-3, Preis: 16,95 € (inkl. MwSt.).

 

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